Nepal/Myanmar 2011

Noch einmal Asien...

Als wir vor gut zwei Jahren von unserer letzten Reise zurück kamen dachten wir "o.k., Asien ist wunderschön, doch auch Europa hat seine Reize..." Die nächsten Reisen unternehmen wir in "good old Europe". Doch irgendwie lässt uns Asien, und vor allem Nepal mit seiner Himalajaregion, nicht los.

Und so entstand in den vergangenen zwei Jahren ein leises Sehnen, zuerst kaum wahrnehmbar, und doch liebevoll penetrant. Ende letzten Jahres fragte ich meine Frau dann, was sie von einer weiteren Tour durch Asien hält, und - nein, ich war nicht wirklich überrascht als sie sagte "Eine tolle Idee". Da die nächste Reise natürlich kein "Aufguss" der ersten sein soll, haben wir eine Zeit lang gelesen, uns informiert, überlegt, abgewogen und uns dann für eine weitere Tour durch den Himalaja in Nepal entschieden. Diesmal wird die Langtang Region mit Gosainkund und Helambu, nördlich von Kathmandu, für kanpp vier Wochen unser Ziel sein. Danach werden wir nach Myanmar (Birma) weiter reisen und dort vier Wochen durch das Land reisen. Wobei...- eher drei Wochen reisen und (mindestens) eine Woche am Strand erholen!!

Die Flugtickets sind gebucht, das Kribbeln im Bauch wird spürbarer, auch wenn es noch fast dreiviertel Jahr bis zum Start am 11. Oktober ist. Auf dieser Seite informiere ich über den Stand unserer Vorbereitungen - und natürlich dann auch wieder, während unserer Reise, in Tagebuchform.

12. Juli

Nur noch knapp drei Monate, dann sind wir unterwegs – kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verfliegt. Manchmal denken wir gar nicht an unsere Reise, und dann wieder sind die Bilder mit Macht da, die Schmetterlinge im Bauch fliegen. Mit unseren Vorbereitungen liegen wir gut im Zeitplan. Die Tour in Nepal, im Himalaja, ist geplant und organisiert und in Myanmar wissen wir zumindest schon mal, was wir uns ansehen möchten. Da werde ich mich in den nächsten Tagen mit beschäftigen, das bezüglich der Verkehrsmittel zu klären. Das Reisefieber steigt kontinuierlich.

Kathmandu 14. Oktober

Am 11. Oktober ging es endlich los - kurz vor dem angekuendigten Streik der Fluglotsen. Nach gut 24 Stunden sind wir dann, am Mittwoch Morgen, in unserem Guesthouse angekommen. Es liegt ruhig in einer Seitengasse. Doch Kathmandu erscheint uns noch lauter, hektischer, abgasgeschwaengerter als vor drei Jahren. Diese Stadt ist noch verrueckter geworden. Ein Moloch unbeschreiblicher Art, und doch auch schon ein wenig vertraut.

Heute Morgen haben wir mit unserem Fuehrer die Formalitaeten erledigt und starten morgen frueh zu unserer Trekkingtour in das Langtang Tal, Helambu und Gosainkund. Wir sind froh, diese Stadt verlassen zu koennen und freuen uns sehr auf die Zeit in den Bergen - auf die Natur, Ruhe und die Freundlichkeit der Menschen dort.

Da ich in einem Internetcafe sitze, in dem die Daten wohl noch per Hand rueber geschoben werden, kann ich leider keine Fotos einstellen. Da wuerde sich unsere Abreise wohl noch ein wenig verzoegern.

Ich hoffe, am 10. November, wenn wir von unserer Tour zurueck sind, einen ausfuehrlichen Bericht mit Bildern einstellen zu koennen!

Helambu, Gosainkund, Langtang, Tammang Heritage

Warum nicht einfach Griechenland?

...am Strand in der Sonne liegen, ein schönes, kleines Hotel, im Meer schwimmen und sich nur verwöhnen lassen...

Diese Frage stellen wir uns auf unserer Reise durch die Bergwelt des Himalaja immer wieder einmal - ist diese doch so anders als jene, die wir vor drei Jahren gemacht habe. Anders nicht nur im Sinne von neuer Umgebung, nein sie fühlt sich so "fremd" an.

5. Oktober

Unser Guide, Kushang, ist wie immer super pünktlich. Schon vor acht Uhr ist er da, wir verstauen unser Gepäck auf dem Dach des Taxi, das es besorgt hat, und fahren in einer knappen halben Stunde zu unserem Ausgangsort, Sundarijal.Die erste Tagesetappe führt durch den Shivapuri Nationalpark, für den wir erst mal 250 Rps. Eintritt p. P. hinlegen dürfen. Dann entscheiden wir, nicht den direkten Weg quer durch den Park zu nehmen ("nur" 18 km bergauf), sondern den "Jeepweg", der 22 km moderat ansteigt. Es ist noch sonnig, doch als wir gegen 15.00 Uhr in Chisopati ankommen verschwindet diese langsam unter einer Wolkendecke, und auch der "moderate" Weg hat seinen Tribut gefordert. Im Guesthouse falle ich erst mal auf´s Bett, natürlich erst, nachdem ich vorher meine Schuhe ausziehen konnte - ein Genuss!

Und bereits hier stellt sich die Frage (siehe oben) zum ersten mal. Hier, in dem sehr einfachen Guesthouse, wo nur die Notdurft dich zwingt, das WC zu  benutzen und du dich fragst "Will ich das alles wirklich?".

16. Oktober

Doch als wir uns nach dem Frühstück auf den Weg machen, den Ort hinter uns lassen und einfach nur mit uns und der Natur sind - ganz still - ist es wieder da, das Gefühl. Wir sind so gern in der Natur, weil sie so "natürlich" ist, und mit ihr die Menschen die hier leben. Hier läuft die Uhr, die Zeit, einfach anders. Ein einfaches Leben, man könnte es ärmlich nennen. Doch in einem Rhythmus, der unserem eigenen, natürlichen entspricht.

Bereits gegen Mittag erreichen wir unser nächstes Etappenziel, Chipling. Wie auch auf der letzten Tour gehen wir "antizyklisch", meint morgens später los als die anderen und um die Mittagszeit beenden wir unsere Tagestour. So finden wir, trotz vieler Menschen, die mit uns diesen Weg gehen, immer ein gutes Quartier.

Wir tauchen in den Tagesrhythmus der Dorfbewohner ein , die Sonne scheint und es gibt nichts zu tun. Oder doch? Unser Guide hat wohl erzählt, dass Christel Krankenschwester ist. Ein Dorfbewohner hat sich an der Säge eine schlimme Wunde am Finger zugezogen und es kommt eine Anfrage an Christels Wundversorgungsfähigkeiten. Sie schöpft aus dem Fundes ihrer medizinischen Voräte, säubert, desinfiziert, verbindet. Khushang übersetzt und ist zufrieden. Nach nicht langer Zeit kommt eine zweite Anfrage. Eine Frau ist im Geröll gestürzt und hat eine tiefe Wunde über der Nasenwurzel. "The same procedure...", doch diesmal mit meiner Kamera als Begleitung. Es ist einfach ein Dorfereignis, alles läuft zusammen und schaut zu. Dann verteilt Christel Luftballons an die umstehenden Kinder, die ebenfalls gebannt zugeschaut haben. Das spricht sich wie ein Lauffeuer herum und aus allen Ecken kommen sie. Es gibt eine Menge Spaß, als Christel, Khushang und die Kinder die Ballons aufblasen.

So lebt uns der Tag - wundervoll gefüllt mit NICHTS.

17. Oktober

Einen Schritt nach dem anderen tun - step by step - an nichts anderes denken. Der Schweiß tropft, mal auf die Brille, mal auf den Boden oder läuft einfach das Gesicht runter. Direkt hinter unserer Unterkunft geht es steil bergauf, über Treppenstufen, manchmal ausgewaschene Wege, die der letzte Monsun verursacht hat. Teehaus - Pause - bergab. Wieder bergauf. Ich gehe auf dem Zahnfleisch und die Berge sind weiterhin in Wolken gehüllt. Wahrscheinlich wollen sie meine "Qual" nicht sehen. Ein ansprechendes Guesthouse, entspannen, abhängen. Am Abend zieht ein Gewitter auf.

18. Oktober

750 Höhenmeter sind zu schaffen - the same procedure as the day before. Doch diesmal geht es "nur" aufwärts. Beeindruckende Rhododendronwälder. Heute sind mit uns leider sehr viele Trekker in der gleichen Unterkunft.

19. Oktober

Wieder den gleichen Fehler gemacht wie seinerzeit auf der Annapurna Tour - Zimmer an der Toilette. Gefühlte 100 Trekker, Guides und Porter frequentieren abends und auch heute Morgen das WC. Ab 6.00 Uhr poltern schwere Stiefel über den langen Flur, an dem alle Zimmer liegen. Die Nacht war kalt, Rauhreif draußen, Eisblumen an Fensterrand. Mir ist ein wenig mulmig in der Magengegend. Ich denke das macht die Höhe. Innerhalb weniger Tage gut 2200 Höhenmeter gestiegen. Heute erster Blick auf die wunderschöne Bergwelt des Himalaja. Morgens ist es meist klar und ab Mittag ziehen immer wieder Wolken auf. Dann wird es sofort empfindlich kühl. 

20. Oktober

Es war ein gemütlicher Abend. Wir treffen Marianne, die wir bereits bei Jolanda, im Trekkers Holiday Inn, kennen gelernt haben. Der Ofen bullert, es ist muckelig warm und gemeinsam mit Franzosen, Englänern und Israelis sitzen wir um ihn herum. Bereits vor 6.00 Uhr ist Christel auf den Beinen um vom "Peak" die Aussicht in die Bergwelt zu genießen und zu fotografieren. Irgendwie bin ich ernergielos und bleibe liegen. Heute ist nicht mein Tag zum trekken. Der Weg nach Ghopte schleppt sich hin und als wir dort ankommen kann ich nicht mal mehr meinen Rucksack auf das Zimmer tragen. Durch das viele schwitzen der letzten Tage habe ich meine Depots an Mineralstoffen wohl ziemlich ausgelutscht. Ich trinke einen lemon tea mit viel Zucker und einer Dosis Elyte aus Christel Vorrat und schon bald geht es deutlich besser. Dann ein heiße Suppe, zwei Stunden warmer Schlafsack und ich bin (fast) wie neu geboren.

Was ist diesmal so anders? Wir haben uns die Option gelassen, die Tour früher als geplant zu beenden.

21. Oktober

Heute Nacht hat es zweimal so richtig geschüttet und als wir heute Morgen den Vorhang aufziehen schneit es!! Von wegen zwei Monate gutes Wetter - der latente Frust steigt. Noch im Zimer überlegen wir, zurück zu gehen. Doch beim Frühstück wird uns einiges klar:

- bislang ist fast alles anders als wir es und ausgemalt oder gewünscht haben (Wetter, Tour, Guesthouses...)

Vielleicht ist gerade das die Herausforderung dieser Tour! Wir beschließen, uns ihr zu stellen. Wir starten in den Tag. Es klart auf, nette Begegnungen mit anderen Trekkern, die Landschaft ist wunderschön, tolle Ausblicke, Schneegipfel ganz nah, stürzende Wasserfälle...

Ist nur meine Wahrnehmung eine andere?

22. Oktober

Der Sternenhimmel am Abend ist unbeschreiblich. So etwas habe ich noch nie gesehen! Das ganze Firmament ist voll, und es hat eine unglaubliche Tiefe. Begrenzt wird es nur durch die bizarren Gipfel der Berge, die zum greifen nah scheinen. Dann fällt auch noch eine Sternschnuppe - wow(i)! Die Nacht ist kalt, im Schlafsack ist es muckelig.

Heute müssen wir über den Pass (4660 m). Wir starten früh, liegen doch 940 Höhenmeter vor uns. Doch es geht stetig bergauf, das ist irgendwie leichter als das dauernde auf und ab der letzten Tage. Es ist sonnig, klar, wunderbare Sicht. Dann zieht es sich wieder zu, wird windig und ziemlich kalt. Als wir gegen 11.00 Uhr den Pass erreichen ist der Himmel komplett zu und wir gehen im Nebel.  Wieder mal ´nen Pass geschafft, gutes Gefühl. Bilder machen, weiter gehen bis wir gegen Mittag in Gosainkund sind. Es ist kalt, beginnt zu schneien.

23. Oktober

Abens hat sich alles um den kleinen Ofen gedrängt, der viel zu wenig Wärme produzieren kann für den kalten Raum. Wer einen Platz ergattern kann ist auf der (warmen) Ofenseite. Der Schlafraum ist eiskalt, es dauert, bis es mir warm wird. (Meinen Füßen ist das die ganze Nacht nicht vergönnt.) Das Wasser im Eimer der innen liegenden Toilette gefriert. Doch auch die längste Nacht hat ein Ende. Die Sonne am Morgen lässt alle Kälte der Nacht schmelzen. Der heutige Weg ist wunderschön, klare Sicht, die Berge ganz nah, es geht abwärts. Ein suuuper Zimmer im "Red Panda" in Verbindung mit einer wirklich heißen (!!) Dusche (nach neun Tagen die erste), Wäschewechsel (!), Lunch, Yakkäsekaufen, Gompa ansehen.

24. Oktober

Christel hat nachts Atemnot und muss einen Teil der Nacht sitzend im Bett verbringen um Luft zu bekommen. Unklar, ob beginnende Höhenkrankheit oder Folge der heftigen Erkältung, die sie sich zugegzogen hat. Trotz "eingeworfener" Medikamente ist wird es nicht wirklich besser, so das wir beschließen, in tiefer gelegene Regionen abzusteigen. Wir müssen sowieso nach Dhunche runter um Geld zu holen (die Tour ist teuerer als gedacht). Gerne wären wir einen Tag länger im "Red Panda" geblieben - es ist einfach "very comfortable" dort. Jetzt steigen wir fast 1300 Höhenmeter ab - zum Teil sehr steil und anstrengend. Mittags sind wir dort, Geld golen, Lunch und dann weiter nach Syarubehsi, da wir von dort Morgen in das Langtang Tal gehen wollen. Die Entfernung von Dhunche ist nur 12 km, doch das kann hier "sehr weit" sein. Da kein Bus fährt bietet sich ein Jeep an. Von unverschämten 5000 Rps., die optimiert gerechnet, verlangt werden, biete ich 2500 Rps. an und, der Deal läuft. Selbst das halte ich noch für reichlich bemessen. Doch nachdem wir die ersten km gefahren sind, ändere ich meine Ansicht. Diese "Straße" ist eine absolute Herausforderung für Mensch und Maschine! Irgendwann mal war sie in einem guten Zustand, doch die Monsune fordern Tribut. Abgerutschte Trassen, die eine Hälfte der Straße weggerissen haben, riesige Felsbrocken auf ihr, die umfahren werden müssen, Schlaglöcher groß wie ein Krater und Überschwemmungen durch aus den Bergen herabstürzende  Wassermassen. Das alles will gemeistert werden, oft nur im 1. Gang mit Allradantrieb und halsbrecherischen Manövern. 2500 Rps. sind okay!!! Doch auch diese Fahrt nimmt ein (glückliches) Ende. Eine einfache Unterkunft im alten Teil des Ortes, doch mit Strom. Das Dorfleben hier erinnert mich an Bilder aus dem beginnenden 20. Jhd. bei uns.

25. Oktober

Der Bhote Koshi Nadi, der in Tibet entspringt, und der Langtang Khola fliessen hier ineinander und bilden den Trisuli Nadi. Das donnernde Rauschen erfüllt das Tal und hat uns im Schlaf begleitet. Heute gehen wir ostwärts in die aufgehende Sonne und der Langtang Khola wird uns in den nächsten Tagen mit seinen Geräuschen begleiten. Es ist so friedlich, die Sonne strahlt durch das Laubdach der Bäume und der Fluss bietet immer wieder neue, beeindruckende Aussichten. Plötzlich liegt Bamboo mit seinen drei Lodges einladend vor uns. Wir sitzen direkt am und ein wenig über dem Fluss, genießen den Sonnenschein und schauen... Christel geht es wieder besser, nur die Erkältung  beeinträchtigt sie ein wenig.

26. Oktober

Ein Meter hat 1000 mm. Diese Tour hat viele kleine Schritte, Innen und Außen. Christel ist ziemlich mitgenommen, das Gehen fält ihr schwer. Keine Ernergie. Die Erkältung setzt ihr doch wohl mehr zu als zu Beginn angenommen. Kurz nach unserem Start sehen wir in den Bäumen eine Herde Languren, die uns neugierig beobachtet und in den Baumwipfeln herumbalgt. Heute ist es nicht so klar, doch sonnig. Wir finden eine kleine Unterkunft direkt am Fluss, essen in der Sonne. Dann dunkle Wolken, es beginnt zu regnen, wird kühl. Im Dining-Room wird der Ofen angemacht.

27. Oktober

Heute geht es Christel wieder besser. Der Weg ist wunderschön, wenig anstrengend und die Sonne gibt allem einen wunderschönen, warmen Ton.  Rast gegen Mittag in Tangshyab, wieder in einer kleinen Unterkunft. Wir bleiben die einzigen Gäste. Der Blick in das Langtang Tal und die Berge ist traumhaft, das Essen gut. Sonne Innen und Außen.

Während der Monsunzeit müssen hier gewaltige Mengen Wasser runter kommen. Immer wieder sehen wir Erdrutsche von enormen Ausmaßen, die das Wasser des Flusses sperren. Doch dieser sucht sich dann einen neuen Weg, und gerade so machen es dann auch die Menschen hier. Das führt dazu, dass der Wanderer immer wieder mal auf Flusshöhe geht, und dann, hoch über ihm, auf ihn hinunter schaut. Wunderschön - und Kräfte zehrend.

28. Oktober

In der letzten Nacht hat sich Christel´s Erkältung sehr verschlechtert. Atemnot, sitzen im Bett um Luft zu kriegen, Kopfschmerz, Schnupfen. Bei mir sind es nur die Flöhe, die mich quälen. Christel sagt "Grenze" und beim Frühstück beschließen wir "Zurück Richtung Kathmandu". Wir sprechen mit Khushang und planen den "kontrollierten Rückzug". Jetzt geht es ca. 700 meter bergab. Wie auch in den letzten Tagen geht es mit Christel besser wenn sie auf ist und in Bewegung. Die heutige Unterkunft hat auch eine warme Dusche (toll, die zweite in zwei Wochen), die wir genießen. Wie fast täglcih ziehen ab Mittag Wolken auf und als Folge daraus wird es kühl.

29. Oktober

Khushang schlägt vor, von Rimche aus nördlich Richtung tibetischer Grenze zu gehen, den Tamang Herritage Trail. Okay, eine neue Route, mal sehen, was die für uns bereit hält. Beim Frühstück werden wir spirituell eingestimmt. An unserem Tisch sitzt ein Mönch, der aus alten Texten Gebete rezitiert und sich durch die Anwesenheit von Gästen überhaupt nicht stören lässt. Es ist schon eine besondere Athmosphäre. Die Gäste, die noch frühstücken, reden leise oder gar nicht. Wir sind die letzten und ich bedanke mich bei ihm für seine Gebete. Der Weg ab hier ist wieder wunderschön. An der Außenseite eines Berges schrauben wir uns in die Höhe und haben immer wieder tolle Ausblicke in das, tief unter uns liegende, Tal. Außer einer großen Gruppe Franzosen begegnen wir keinem Touristen, ganz im Gegensatz zu unserer bisherigen Route. Und sofort ist die Athmosphäre eine andere. Es ist alles viel ruhiger, eine andere Energie. Außer den Geräuschen der Natur nur wir. Jede Betriebsamkeit hat aufgehört. Wir finden eine Unterkunft, ich würde sagen "überdimensioniert" für diese relativ ruhige Gegend, aber einfach toll. Wir sind und bleiben die einzigen Gäste. Ganz herzlich werden wir verwöhnt und essen in der kleinen, einfachen Küche zu abend. Der alte Vater (80) liegt im Bett und schläft, die behinderte Schwester (50) der Inhaberin sitzt am Boden und schält Gemüse für das Dhal Bat. Dabei lacht sie uns immer wieder von ganzem Herzen an. Dies alles findet in der Küche statt. Nach dem Essen gehen wir in eine andere Welt - der heilen, westlichen unseres komfortablen Gästezimmers.

30./31. Oktober

Nach eine kurzen "Spaziergang" kommen wir in Briddim an. Im "Tibet Home & Stay" finden wir eine heimelige Bleibe. Der Schlafraum, der sonst Lamas vorbehalten ist, wenn sie Pujas praktizieren, wird für zwei Nächte unsere Unterkunft. Er ist reich geschückt mit Tangkhas, Bildern und Schriftrollen. Wir "thronen" hoch über dem kleinen Ort und haben eine schöne Aussicht darauf und auf die umliegenden Täler. Ein kleines Stück über uns liegt eine alte Gompa. Wir steigen auf und verweilen eine Zeit in der uns liebevoll umhüllenden Stille. Mit uns sind noch Kevin und Sarah aus den USA dort sowie der Sohn des Hauses mit seiner niederländischen Frau Susann. Der Abend wird recht lustig und lebendig. Im kleinen Gastraum mit angrenzender Küche wird zu Nepali Musik getanzt, gesungen und geklatscht. Die jungen Leute genießen es, Mutter schaut irritiert und Vater macht dem dann später ein Ende. Da es am nächsten Tag regnet beschließen wir, einen Ruhetag hier einzulegen.

1. November

Der heutige Tag ist eine Herausforderung gewesen. Doch alles der Reihe nach. Nachdem wir zum Abschied einen "großen Bahnhof" bekommen haben geht es los. Das meint: Kathak mit Segenswünschen vom Besitzer, Dolma, Kevin, Sarah, Padme und Susann verabschieden uns auf das herzlichste. Die zwei Tage waren wirklich intensiv hier. Der Weg runter nach Ling Ling ist schön. Es ist sonnig, ein entspanntes wandern. Durch einen Erdrutsch hat sich das letzte Stück Weg abwärts zur Straße verlagert und wir verpassen das Teehaus für eine Rast. Dafür landen wir direkt auf der Straße, die gerade von der tibetischen Grenze nach Dhunche gebaut wird (von chinesischen (Zwangs-)Arbeitern). Es wirkt alles ein wenig gespenstisch. Die Straße führt durch eine windige Schlucht, der Staub wirbelt auf und gelegentlich kommt ein LKW, der eine riesige Staubfahne hinter sich her zieht. Es ist trostlos, erinnert ein wenig an "Road to Hell". Unsere Stimmung sinkt und als wir gegen Mittag, nach drei Stunden intensiven Marsches, den Ort Timure, nah der Grenze erreichen ist für Christel klar "Hier bleibe ich  nicht". Kushang hat einen alternativen Weg zum nächsten Ort in den Bergen sagt aber, das dieser ca. 3-4 Stunden braucht und zwischendurch keine Rast möglich ist. Egal - wird schon gehen. Wir machen uns auf den Weg, und dieser ist schon eine Herausforderung. Über Geröllhalden, schaukelnde Hängebrücken, Erdrutsche steil empor. Anstrengend und auch die Zeit im Nacken - gegen 17.30 Uhr wird es dunkel, und zwar stockdunkel. Irgendwann wird der Weg moderater, Thumann ist in der Ferne zu erkennen. Es dämmert, als wir im Ort ankommen.

Und plötzlich wird mir klar "Hier, in Thumann, beenden wir unsere Trekkingtour". Es steht nicht an, noch weiter zu gehen. Die Sicht und das Wetter werden immer schlechter - es reicht. Wir müssen die geplanten 25 Tage nicht "voll machen".

2. November

Nach dem Frühstück teilen wir Khushang unsere Entscheidung mit und er scheint nicht überrascht zu sein. Ein 3-stündiger Marsch und am Mittag sind wir an unserem Etappenziel, Syurabehsi, angekommen. Zimmer mit warmer Dusche (die dritte) über den Dächern, ruhig gelegen. Wir mieten für die Rückreise nach Kathmandu einen Jeep und beschließen, um 7.00 Uhr zu starten. Ein Bummel durch´s Dorf, per Internet die Unterkunft in KTM finden, anrufen und ein Zimmer klar machen. Geht alles ganz einfach.

3. November

7.00 Uhr - wir werden gefragt, ob wir in unserem Wagen noch Platz haben für einen einheimischen Vater mit Sohn, die nach KTM müssen, aber kein Geld haben. Wir haben und die beiden steigen in den Fond des Jeep. Die Fahrt nach KTM dauert per Bus 10-12 Stunden, im Jeep sind wir gegen 13.00 Uhr am Ziel. Der kleine Kerl hinter uns ist Reisekrank und die mitgenommenen Plastiktüten füllen sich sukzessive mit Erbrochenem. Leicht säuerlicher Geruch erfüllt lansam den Wagen. Gut, dass die Fenster weit geöffnet sind. Doch eine "gute Tat" muss nicht immer leicht und angenehm sein. Auch der längste Weg endet einmal und in KTM lassen wir die  beiden raus.

So, in unserem Guesthouse werden wir uns jetzt von den ganzen Aktivitäten erholen. Den Rahmen dafür bietet es. Am 11. November geht es dann weiter. Wir sind schon sehr gespannt.

Myanmar

12. November - Yangon, wir sind "angekommen".

11.11., 7.00 Uhr - der Wecker klingelt. Nein, nicht wegen Karnevalsanfang! Heute beginnt unsere kleine Asienrundreise. Nach dem ausgiebigen letzten Frühstück im THI holt uns ein Taxi um 9.00 Uhr ab und bringt uns zum Airport - Einchecken die I. Doch wir sind früh, alles läuft ganz ruhig ab. Noch einmal treffen wir Susann mit Padme, die wir bereits in Briddim und danach noch zweimal in KTM getroffen haben. Die flliegen jetzt heim in die NL. Noch eine herzliche Verabschiedung, die III. von den beiden. Nachdem wir alle Kontrollen, Leibesvisitationen usw. hinter uns haben, geht es ziemlich pünktlich (!) los.

Nach drei Stunden landen wir in Mumbai und schauen uns den Airport erst mal vom FLugzeug aus an, das eine Ehrenrunde fährt, ehe es uns dann in einen Bus ausspuckt, dessen Aircondition dich fast wieder aus ihm hinausbläst. Am Eingang wird "die Spreu vom Weizen" getrennt. Die "Transitpassenger", die ohne Aufenthalt direkt weiter fliegen, und zu denen auch wir gehören, bekommen eine "Sonderbehandlung". Wir werden in einen relativ kleinen Durchgangsraumgeführt, in welchem wir und unser Handgepäck, von Soldaten mit entsprechendem Befehlston, auf das intensivste untersucht werden. Ich habe das Gefühl, weniger auf Schmuggelware als auf "gefährliche Gegenstände". Wo sollen wir die her haben, seit wir in KTM gefilzt worden sind?? Mir hatte die Stewardess keine Waffen im Duty Free Kauf angeboten! Doch auch diese Action liegt nach fast 45 Minuten hinter uns und wir dürfen die Duty Free Zone des Flughafens Mumbai erobern. Bloss jetzt keine Waffen kaufen(!!!) In den letzten drei Jahren hat sich wenig verändert, nur der Verfall wird deutlich sichtbarer. Ein Weltflughafen - doch Indien ist einfach "indisch". Die zehn Stunden Aufenthalt meistern wir mit "Burmese Noodles" (eine gute Vorbereitung auf unser nächsts Ziel), KFC Coke, Cappccino und Kuchen, lesen, Ruheraum. Trotz Nachtzeit eine halbe Stunde verspäteter Abflug - dafür keine "Bodychecks" mehr.

Im Flieger dann, um 3.30 Uhr in der Früh, warmes Dinner. Nein danke, mache ich doch zu Hause auch nicht! Dann ein wenig dummeln, Sonnenaufgang sehen, Landung gegen 8.00 Uhr in Bangkok. Das ist wirklich ein Flughafen mit Weltformat. Die Größe und Vielfalt des Duty Free, die Sauberkeit und Organisation - sehr beeindruckend. Nach einem ausgiebigne Frühstück suchen wir den Schalter von Air Asia auf, die uns nach Yangon bringen soll. Vorher haben wir auf dem "Arrival" Bildschirm gesehen, dass der Flug Yangon-Bangkok (10.35 Uhr) ausgefallen ist. Toll, genau den brauchen wir in vier Wochen!! Wir checken ein und die Dame am Schalter fragt ihren Kollegen "Yangon? Fliegen wir da heute hin??" Der nickt. Wir erhalten unsere Boarding Cards, allerdings mit dem Hinweis, dass noch nicht bekannt ist, von welchem Gate wir abfliegen. Auch auf dem "Departure Bildschirm", auf den wir später immer wieder mal schauen, taucht es nicht auf. Irgendwie fühle ich mich nach Hogwarts aus Harry Potter versetzt und warte darauf, dass Gate 9 3/4 angezeigt wird. Doch irgendwann taucht G1A auf- Und auch hier starten wir, mit einer Stunde Verspätung, nach zehn Stunden Wartezeit. 

Eine gute Stunde später hat unsere Odysse ein Ende. Wir erreichen, nach fast 36 Stunden, Yangon Airport. Und, zu unserem Erstaunen, keine Militärpräsenz. Visum-/Passkontrolle zügig, ohne Polizeikommando (ich denke da an Mumbai). In der Eingangshalle werden wir bereits erwartet. Wir verlassen das Gebäude und...Tropenluft, feucht warm, schlägt uns entgegen. Durchatmen, im Schweiß stehenund warten, dass der Wagen kommt. Im gut klimatisierten Van, werden wir in unser Guesthouse gefahren. Es liegt ganz ruhig und hat eine schöne Athmosphäre. Dazu werden wir ganz herzlich von Kalya empfangen, die sich einfach als "guter Geist" während unserer Zeit in Myanmar erweist. Noch kurz zu Abend essen, Dusche, Bett!. Es ist 21.00 Uhr.

13. November

Nach 12 Stunden Tiefschlaf erwachen wir frisch und unternehmungslustig. Frühstück im Garten - "Continental". Dann Infos über unsere bei Kalya gebuchten Unternehmungen, und wir haben jede Menge Fragen, die sie kompetent und mit Freude beantwortet. Sie ruft uns ein Taxi und für 3000 Kyatt (ca. 3 €) geht es Downtown. Die Bank hat leider geschlossen - es ist Sonntag. Als kein Geldtausch. Wir verlieren das Gefühl für Zeit und Datum! Die Stadt ist lebendig, doch kein Vergleich zu KTM. Kein ständiges Hupkonzert, saubere, geordnete Straßen (mit Ampeln!!), keine Hektik, Gedränge und Geschiebe. Entspannend, auch wenn es "busy" ist. Wir finden einen riesigen Basar, tauschen dort 20 $ um, essen an Strassenständen schmackhaft und preiswert. So erwandern wir die Stadt, kriegen ein Gefühl, wo die wichtigen Dinge zu finden sind. Auf dem Stadtplan, den wir im Guesthouse gekauft haben, sind auch CAFÈS vermerkt! Gegen Abend finden wir eins und genießen einen "sauguten" Cappucciono. Müde und voller Eindrücke fahren wir im Taxi zurück.

14. November

Der heutige Tag ist ganz dem Entdecken der Shwedagon Pagode gewidmet. Schon die Beschreibung im "Reise Know How" macht Vorfreude. Wieder Taxi nach Downtown, bei einer Bank die zweiten Erfahrungen mit dem Geldwechsel, weiter zur Pagode. Das Taxi ist mehr als TÜV reif - die Pagode nicht! Die Bilder, die wir machen, sagen mehr als tausend Worte. Beeindruckende Baukunst und spirituelles Leben sind hier harmonisch vereint. Gegen 15.00 Uhr bin ich platt, wir machen in einer Tempelhalle eine Pause und ich dummel ein. Geweckt werde ich vom lauten Gebet einjer Gruppe, die hier ihre Andacht hält. Im warmen Abendlicht noch eine Fotosession. Dann verlassen wir den Ort, da wir für den Abend eine Reservierung in der Karaweik Hall haben, ein rieisiges Restaurant, das wie ein Schiff gebaut ist und in einem See liegt. Dort erwartet uns ein tolles Buffet und ein sehenswertes Folklore Programm. So neigt sich unser zweiter Tag hier in Yangon dem Ende zu. Morgen müssen wir früh raus. Unser erster "Ausflug" in das Land steht an.

15. November (Kyaikhtiyo/Goldener Felsen)

5.30 Uhr, der Wecker klingelt. Wollen wir das heute wirklich? Mindestens einen halben Tag in einem wahrscheinlich vollen und warmen Bus sitzen, nur um "so einen Stein" zu sehen? Wir sind doch gerade erst angekommen - und schon wieder weiter ziehen? Und dann Morgen schon wieder zurück. Okay, neues Spiel, neues Glück. Um 6.00 Uhr sitzen wir am Frühstückstisch, draußen, versteht sich. 6.45 Uhr Taxifahrt zum Busbahnhof, der weit außerhalb liegt, 8.00 Uhr Abfahrt. Wie auf allen Busbahnhöfen, die wir bislang in Asien gesehen haben, herscht dort geschäftiges Treiben. Die Fahrt ist realtiv entspannt, Fenster und Türen offen und dadurch, zumindest so lange der Bus fährt, gut temperiert. Gegen 11.00 uhr große Essens- und Pinkelpause und mittags sind wir im Kinpun Basecamp. Von hier aus sind es "nur noch" 45 Minuten mit einem Pickup, eine halbe Stunde Fußweg zu unserer Unterkunft und eine weiter halbe Stunde bis zum Berggipfel. Sofort ein Ticket für den Rückweg Morgen früh kaufen, der erste Bus fährt um 8.00 Uhr. Dann rüber zur Abfahrtstelle der Pickups. 3, 4 offene Kleinlaster stehen hier bereit, um ihre menschliche Fracht aufzunehmen. Ich staune nicht schlecht! "Sitzplätze" sind schmale Vierkanthölzer, sieben hintereinander gelegt, auf denen die "Fracht" Platz nimmt. Fünf Fahrgäste in einer Reihe, das ist schon fast intim eng. Ich bin froh, das unsere Körpermaße mit den asiatischen kompatibel sind. Doch eine sechste Person geht immer und so befinden sich gut 40 auf der Ladefläche, davon nur vier "Westler", zuzüglich diverser in der Fahrerkabine, . Wir sitzen mittig in Reihe drei oder vier, keine Chance, sich irgendwo festzuhalten, außer beim Vordermann/frau. Jetzt werden noch, clever, Hüte angeboten, damit einem die Sonne bei der 45-minütigen Fahrt nicht das Gehirn verdampft. Dann, als auch der letzte Wagen VOLL besetzt ist, geht es im Konvoi los. Und wie!! Die enge Straße verläuft überwiegend steil nach oben. Ein kurzer Zwischenstop - das Fahrgeld wird kassiert (1500 Kyatt) - und weiter geht es, in gefühltem Affentempo. 1. max 2. Gang bis zum Anschlag hochgezogen. Gas, Gas weg, Gas, bremsen, und das alles ohne richtigen Halt. Die Fahrt ist wirklich jeden Kyatt wert. Die Menge kreischt, quietscht, johlt. Das junge Mädchen hinter mir hat sich in meine Hüften eingeklinkt um eine Halt zu finden. Ich wiederum hänge, mit einer Hand und von der Ruckelei malträtiertem Arm, an der Seitenreling, sehr zum Leidwesen meines Sitznachbarn, der dadurch noch beengeter sitzt und in Luftnot kommt. Irgendwie findet auch diese Fahrt ein (gutes) Ende. Meine Knie sind in Mitleidenschaft gezogen, da es so eng ist, dass sie an den "Vordersitz" gestoßen sind - mein Arm fühlt sich an wie der von Rambo. Doch sonst ist alles klar. Meine Hüftanhängerin bedankt sich artig bei mir, ich taumle erschöpft vom Wagen und falle auf den nächsten freien Stuhl der, clever, direkt an einem Teehaus steht, welches am "Landeplatz" der Pickups zum verweilen einlädt. "Cola", bringe ich gerade noch hervor - zack, steht sie da, klein und teuer. Na, nach der Fahrt kann mich so leicht nichts mehr aus der Fassung bringen.

So, hier sind wir im 2. Basecamp. Von hier aus geht es die steile, geteerte Straße nur noch "per pedis" weiter. Nach ca. 10 Minuten erreichen wir unser Hotel, legen unser Gepäck ab und machen uns auf dem Weg zum endgültigen Ziel - dem "golden rock". Es ist nun mitlerweile halb drei und der Weg soll gut 30-40 Minuten dauern. Er geht wirklich steil bergan, ist gesäumt von Teebuden, die alles mögliche anbieten. Unsere Himalaja Erfahrung hilft ein wenig, die Steigung gut zu überwinden. Der "goldene Felsen" ist dann wirklich den Aufwand wert, den wir betrieben haben! Wir tauchen in die Athmosphäre ein, die hier herrscht. Ein spiritueller Platz, wenige Touristen. Wir bleiben bis lange nach Einbruch der Dunkelheit.

16. November - Yangon

Wieder mal früh raus. Um den Bus in Kinpun zu kriegen, müssen wir den ersten Pickup um 6.00 Uhr nehmen. Als wir um 5.50 Uhr an der Station ankommen, sind wir längst nicht die ersten. Auf dem dritten Wagen ergattern wir die letzten Plätze - in der ersten Reihe. Der Rückweg ist mindestens so crazy wie der Weg rauf und erst nach 7.00 Uhr sind wir in Kinpun. Der Rückweg nach Yangon ist entspannt und mittags sind wir dort, nehmen ein Taxi zum Guesthouse und relaxen den Rest des Tages dort, inclusive Vorbereitung auf die nächste Etappe, die Morgen beginnt.

17. November -Kalaw

Der Flieger nach Heho startet um 10.00 Uhr, d. h. spätestens um 8.30 Uhr müssen wir am Airport sein. Alles läuft reibungslos, die Kontrolle ist echt easy! Da sind wir von Indien anderes gewohnt. Eine Stunde Flug, Taxi nach Kalaw und um 13.00 Uhr sind wir im "Eastern Paradise", unserem Guesthouse. Ein leckeres "Curry" (heimisches Gericht) und dann einen Führer suchen für unsere 3-tages Tour zum Inle See. Im Hotel sprechen wir die Besitzerin an, die uns ihren Neffen Min Min vermittelt. Die Chemie stimmt, der Preis auch und wir vereinbaren, am nächsten Tag um 8.30 Uhr aufzubrechen. Eine Anzahlung für die benötigten Lebensmittel ist fällig. Dann wollen wir uns die Shweohnmin Pagode und Höhlen ansehen. Die finden wir leider nicht, machen dafür aber einen langen "Spaziergang". Abendessen im "Sam´s Family Rest", eine gute Empfehlung.

18. November - Ywa Pu

Nach dem guten Frühstück geht es los. Ein wenig Bedenken habe ich schon, mit dem gut 14 kg schweren Rucksack drei Tage durch die Sonne zu laufen. Doch die lösen sich glücklicherweise auf. Ich scheine durch Nepal gut vorbereitet zu sein und es herrscht eine angenehme Temperatur, verbunden mit einem leichten Wind. Die Landschaft ist lieblich, ein wenig hügelig, wie in der Toskana. Doch hier wird Reis,Sesam und Chilli angebaut, ebenso wie kleine Flächen mit Mais. Alles sieht aus wie ein Flickenteppich. Es ist wirklich ein "Spaziergang", doch ein strammer. Die 18 km sind gegen 16.30 Uhr geschafft - wir auch! Unsere Unterkunft ist eine einfache Bambushütte. Neben uns, im Obergeschoss, schläft die Besitzerin mit ihren drei Kindern. Im Erdgeschoss steht die Kuh mit ihrem Kalb. Das WC und der Brunnen sind draußen. Min Min versorgt uns liebevoll. Das Essen, das er für uns angerichtet hat, ist wirklich gut und toll hergerichtet. Wieder Mal eine lange Nacht.

19. November - Hti Taing (Kloster)

Aufbruch früh, da wir 22 km vor uns haben. Die Landschaft ist weiterhin traumhaft. Bereits gegen 16.00 Uhr sind wir am Kloster, als eine der ersten. Daher kriegen wir ein "2er Appartement", das heißt in der großen Gebetshalle zwei Matratzen, die durch Bambusstangen und Decken von den anderen abgetrennt sind. Luxus, denn es gibt auch 3er, 6er, 8er "Appartements". Deshalb die Eile von Min Min. Schon fürsorglich. Ein "Duschbad" unter freiem Himmel, mit kaltem Wasser aus einer Schüssel. Die "Toiletten" sind Mal wieder eine echte Herausforderung. Gott sei Dank liegen sie weit ab vom Kloster. Eine wunderschöne Abendstimmung und wieder ein lecker zubereitetes Abendessen machen das mehr als wett. Dann "ab in die Heia", es ist immerhin schon gegen acht. Und es wird voll! Doch die Nacht ist gut. Nur ein "wirklicher" Schnarcher, weit entfernt. Die anderen sind Schnorchler.

20. November - Inle See

Gegen 5.30 Uhr werden wir vom Gesang und Rezitation der Mönche und Novizen geweckt. Wir liegen ja alle in der Gebetshalle. Es ist schon ein besonderes Gefühl, so eingehüllt im Schlafsack, noch völlig im dunkeln, dieser Zeremonie zu lauschen. Und angefüllt davon ist es ein leichtes, gegen sechs aufzustehen. Wir wollen ja eh früh los! Die letzten Kilometer heute sind ein Gewaltmarsch. Überwiegend auf einer staubigen Straße, Sonne, kaum kühlender Wind und mit einer Geschwindigkeit, als würden wir von der wilden Meute gehetzt. Für die letzten 14 km benötigen wir nur knapp drei Stunden und sind bereits um 11.00 Uhr in Indein. Ist auch gut so, denn die Sonne meint es wirklich gut und knallt vom Himmel und meine Füße sind sehr mitgenommen. Rechts zwei dicke Blasen, links zwei Zehen, an denen die Nägel wohl die längste Zeit gewesen sind. Billige Schuhe zahlen sich eben nicht aus! Ein kurzer Imbiss und dann gehet es mit einem Langboot los zu unserer Unterkunft. Erst durch den Verbindungskanal und dann hinaus auf den See. Ein schönes Erlebnis. Wir gleiten durch die Landschaft und genießen es. Nach einer 3/4 Stunde kommen wir am Hotel an, werden mit "Hausmusik" am Steg empfangen. (Wie wir später mitbekommen, wird das jeder Gast hier) Im Bungalow 310 richten wir uns ein und duschen den Staub und Schweiß der letzten drei Tage ab. Dann nur noch abhängen.

21. November - Inle See

Früh aus dem Betten (wann eigentlich mal  nicht auf dieser Reise?), da die Tagestour über den See auf uns wartet. Es war ein fast kitschig schöner Sonnenaufgang, den wir heute morgen auf unserer kleinen Terasse genossen haben. Nach dem guten Frühstück starten wir gemütlich gegen 8.00 Uhr. Eine Dunstwolke liegt jetzt wieder über dem See und es ist schattig. Wir sind froh, unsere Fließe dabei zu haben. Schön ist es, so über das Wasser und durch die Dörfer zu gleiten und in das Leben hier einzutauchen. Wäsche waschen, Kinder in der Schule, Lastenverkehr, Stupas und Klosterleben, Handwerksarbeiten, Gemüseanbau auf den schwimmenden Gärten - alles Leben spielt sich auf dem Wasser ab. Zum einkaufen wird das Kanu genommen und zum Plausch mit der Nachbarin ebenfalls. Da sind Hunde, Enten, Katzen - ganz "normales" Leben. Gegen 17.00 Uhr sind wir, angefüllt mit vielen Eindrücken, zurück in unserer "Wasserhütte". Ein erlebnisreicher und eindrucksvoller Tag neigt sich einem schönen Sonneuntergang entgegen.

22./23. November - Inle See

Enstpanntes relaxen in der Anlage. Du kannst hier ja nirgendwo hin, ohne Boot. Lesen, Gespräche, Tagebuch schreiben, im "nichts tun" sein. Der Versuch, mit einem Kanu auf eigene Faust eine Tour zu machen, misslingt. Wir kriegen das mit dem lenken nicht hin. Die Boote sind ja so anders als daheim.

24. November - Mandalay

Alles in Ruhe - gegen 10.00 Uhr bringt uns ein Langboot in einer einstündigen Fahrt nach Nyaungshwe. Noch einmal genießen wir die Athmosphäre in dieser wunderschönen Landschaft und der Abschied fällt uns schon ein wenig schwer. So viele Eindrücke! Wir schlendern durch den kleinen Ort und gegen Mittag fahren wir mit einem Taxi weiter zum Fluhafen nach Heho, wo wir vor einer Woche angekommen sind. Der Flieger soll um 15.30 Uhr starten, doch gegen kurz nach drei ist noch keine Maschine gelandet. Dann sind Motorgeräusche zu hören, ein Flugzeug "fällt" vom Himmel, macht eine Kehre auf der Landebahn, bleibt vor der Wartehalle stehen, spuckt Menschen und Gepäck aus, saugt uns in sich hinein und um kurz nach halb vier sind wir in der Luft. Das sind Zeiten, ähnlich wie bei uns, wenn die DB in einen Bahnhof einfährt oder auf einem Busbahnhof. Die Wartehallen sind direkt an der Landebahn, Platzkarten gibt es nicht und trotz freier Platzwahl läuft alles völlig problemlos. Der FLug ist kurz, nach einer knappen halben Stunde landen wir in Mandalay. Beim Landeanflug denke ich "wo ist die Stadt?" Die Fahrt mit dem Taxi, das wir zu sechst besetzen, dauert dann fast zwei Stunden. Mandalay ist schon groß - und sehr lebendig. Erst nach 18.00 Uhr sind wir in der Peacock Lodge. Bei der hilfsbereiten Vermieterin können wir Geld tauschen, so das wir die nächsten Tage über die Runden kommen. Die Bank am Airport war geschlossen und Morgen sind wir den ganzen Tag auf dem Schiff. Und dann ist Wochenende. Zum Abendessen sind wir bei einem Chinesen. Das Gewünschte selber an der Theke aussuchen (ich kenne kaum etwas) und dann wird es frisch gegrillt an den Tisch gebracht. Ungewöhnliche Sachen und zum Teil "very spicy", meint scharf! Die Nach ist wieder Mal kurz, da das Boot nach Bagan am nächsten Morgen früh ablegt. Ist nicht so tragisch, wir liegen früh im Bett (wann nicht?) und eine Mücke malträtiert mich.

25. November -Bagan

Schon vor sieben sind wir an der Anlegestelle, geben den Rucksack ab und finden einen Platz, schattig, auf dem Oberdeck. Von hier oben können wir die Umgebung gut sehen, so über allem. Wir sind fast die ersten. Kurz nach acht legt das, nur mit "Touris" beladene Schiff, ab. Den ganzen Tag gleiten wir, bei strahlendem Sonnenschein, über den Ayeyawardy, bekommen einen Einblick in das Leben an und auf dem Fluss, lassen die Landschaft an uns vorbei ziehen. Mit Beginn der Dämmerung treffen wir in Nyaung U ein, teilen uns ein 6-er Taxi und fahren, nicht ohne vorher 10 $ Eintritt bezahlt zu haben, zu unserem Hotel, welches sich als gute Wahl erweist.

26. - 28. November -Bagan

An den folgenden beiden Tagen erkunden wir das riesige Areal mit historischen Stupas,Tempeln und Pagoden, von denen viele schon fast 1000 Jahre alt sind. Um die Entfernungen zu überwinden, die zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten liegt, mieten wir uns Fahrraäder. Die Hitze in der Zeit von ca. 11.00 - 15.00 Uhr ist groß, so das wir am zweiten Tag erst nachmittags starten, nach Pool und Lunch! Der Pool liegt direkt am Rand des historischen Areals in New Bagan und vom Balkon unseres Zimmers fällt der Blick direkt auf das gesamte Feld von Bauten, soweit wir blicken können. Wir haben uns bereits im Vorfeld entschieden, was wir uns ansehen wollen, mit spontanen Ergänzungen. Sonst läuft man sich einen "Wolf". Und, wir beschränken uns auf Old Bagan und New Bagan. Einiges an Bauten ist bereits renoviert bzw. restauriert, den die Zeit und diverse Beben (1939/75), haben einiges zerstört. Insgesamt ist es ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Zum ersten Mal hier in Myanmar empfinde ich die Souvenierverkäufer und "Dienstleistungsanbieter", die wirklich überall sind wo Touris auftauchen könnten, als lästig! Die gebuchte Tour zum Mount Popa, die wir am dritten Tag machen, ist ein Flopp! Staubig, kitschig - zum abtörnen. Die 90 $ dafür haben sich nicht gelohnt. Bereits am Mittag sind wir von dieser Tour schon wieder im Hotel. Pool, abhängen - gut.

29. November - Yangon

Das Taxi holt uns um 6.00 Uhr ab. Noch einmal ein Blick auf diesen geschichtsträchtigen Ort, im weichen Licht der aufgehenden Sonne. Abflug pünktich und bereits um 9.00 Uhr sind wir wieder in Yangon. Kalya vermittelt uns die Tickets für die Busfahrt Morgen an die Westküste, wechselt Geld. So brauchen wir nicht nach "Downtown". Es ist sehr warm, schwül. Trotzdem gehen wir los, "gönnen" uns im bekannten Cafe, nah unserer Unterkunft, einen super Cappuccino mit einem Stück Kuchen, kühlen ab. Dann weiter zur Shwedagon Pagode, wir brauchen noch eine Tasche zum Transport für die Souvenirs. Zurück zum Guesthouse in die erfrischende Kühle unseres Zimmers. Ein letztes Mal heisst es "Sachen packen" für unsere Reise nach Nwge Hsaung Beach. Morgen früh machen wir uns mit dem Bus auf die ca. 200 km lange Reise. Das wir sicher bis zum frühen Nachmittag dauern. Abends, bei immer noch schwüler Temperatur, gehen wir noch einmal zum Essen in die Stadt.

30.11. - 9.12. - Nwge Hsaung Beach

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